Die Bedeutung von Billig

Die Bedeutung von Billig
Ich bin eigentlich durch das Gegenteil darauf gekommen. Nämlich durch das Wort teuer. Richtig genervt haben mich entsprechend absolute Aussagen wie: Das ist aber teuer oder das ist ja billig. Daraufhin habe ich mich etwas intensiver mit der Bedeutung von Billig auseinander zu setzen.
Was bedeutet eigentlich billig?
Woher kommen denn diese Messwerte?
Meistens sind es eher globale Aussagen ohne wirklich messbare Grundlage. Oft ist es eine schnell geäußerte Aussage, ohne Inhalte zu kennen. Macht es ja auch einfach, mal schnell etwas als gut oder weniger gut zu klassifizieren. Dann ist es gedanklich schon kategorisiert.
Das Erstaunen oder auch leichte Entsetzen kommt ohne jegliche Reflektion. Das geht mir sicher auch manchmal so. Wenn sich der Kopf vielleicht etwas anders vorgestellt hat und dann umdenken muss. Nicht so bequem – jedoch durchaus sinnvoll:)
Die Bedeutung von Billig
was sagt der Duden dazu? Angebracht und angemessen, sagt er.
Ursprünglich jedoch kommt das Wort aus dem Mittel-, oder Althochdeutschen. Da hatte es eine durchaus andere Richtung. Es war der Ausdruck dafür, dass etwas angemessen ist. Eine Ware oder auch eine Arbeit, die hergestellt oder erbracht wurde. Daher rührt möglicherweise auch die Redewendung: Das ist nur recht und billig. Heute wird es dazu verwendet, um sich für eine geleistete Sache zu entschuldigen. Was soviel heißt, wie ich gebe jemandem etwas zurück, damit ich nichts schuldig bleibe. Moralisch oder materiell.
Gar nicht so leicht mit dem heutigen Sprachgebrauch von Billig
Mal ist das Wort billig positiv besetzt, mal ist es negativ besetzt.
Billig als Gegensätzlichkeit von teuer. Das ist positiv gesetzt, wenn jemand ein Schnäppchen oder vermeintliches Schnäppchen macht. Och, das war ganz billig, ist auch die Abwertung dafür, dass niemand auf die Idee kommt, ich würde mir Extravagantes leisten (können).
Wenn es negativ daher kommt, dann im Sinne von einem billigen Erscheinungsbild oder der Qualität einer Sache.
Ursprünglich jedoch kommt das Wort aus dem Mittel-, oder Althochdeutschen. Da hatte es eine durchaus andere Richtung. Es war der Ausdruck dafür, dass etwas angemessen ist. Eine Ware oder auch eine Arbeit, die hergestellt oder erbracht wurde. Daher rührt möglicherweise auch die Redewendung: Das ist nur recht und billig.
Im Gegenzug höre ich: Oh, das ist aber teuer. Hier lässt sich sagen, dass teuer wertvoll ausdrückt. Auch, wenn das von den meisten Menschen, die das kundtun so nicht gemeint ist. Wertvoll ist, wenn du etwas schätzen kannst. Am besten auch überlegst, was sich dahinter verbirgt. Nämlich Entwicklungsprozesse, Ideen, Erfahrung und die Umsetzung zu einem nutzbaren Produkt. Ergänzend auch, woher kommt ein Produkt und unter welchen Bedingungen wird es hergestellt.
Die Sache mit den Werten
John Ruskin, ein Universalgelehrter und Sozialkritiker hat es sehr trefflich beschrieben. Mr. Ruskin war ein Vordenker, auch was den Zerfall von Werten im Zuge der Industrialisierung anbelangt.
Er sagte:
„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, was nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte.
https://gutezitate.com/autor/john-ruskin
Es ist das Gesetz der Wirtschaft! Genauso wenig wie es ein Mini-Max Prinzip gibt. In der Volkwirtschaftslehre sagt man, wenn jemand das Maximale möchte und dafür nur einen minimalen Betrag geben möchte, funktioniert das nicht.
Mir gefällt die alte Bedeutung ziemlich gut und hilft dem einen oder anderen Spruch gegenüber Milde zu gewähren. Meistens klappt es!

